Öffnet in einem neuen Tab

Anti-Gewalt-Training für Jugendliche

Zur Tat stehen, ohne abgestempelt zu werden.

Ein sinn- und werteorientiertes Training für Jugendliche und junge Erwachsene, die Gewalt ausgeübt haben. Zehn bis zwölf Monate, zur Hälfte in Einzelsitzungen, in Gruppen von höchstens zehn Teilnehmenden.

Kostenfreies Erstgespräch

10 bis 12 Monate

80 bis 100 Stunden

Bis 10 Personen

Keiner geht verloren

50 Prozent

In Einzelsitzungen

Kostenfrei

Das Erstgespräch

Für wen

Antworten für Ihre Rolle.

Fachstellen, Jugendliche und Eltern brauchen unterschiedliche Antworten. Hier finden Sie Ihre.

Fachstellen

Sie weisen zu oder begleiten das Verfahren.

Für Jugendamt, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, Staatsanwaltschaft und Gericht: Rechtsgrundlagen, Voraussetzungen und Dokumentation auf einen Blick.

Zu den Fakten

Jugendliche

Du sollst oder willst etwas ändern.

Hier steht, was dich erwartet, wie viel Zeit es kostet und wie du einen Platz bekommst.

Was dich erwartet

Eltern

Sie möchten Ihr Kind begleiten.

Sie erfahren, wie das Training abläuft, wann es stattfindet und wie die Kosten geklärt werden.

Für Eltern

Das Training

Fünf Abschnitte, rund ein Jahr.

Vier Phasen im Wechsel von Einzelsitzungen und Gruppe, dazu ein Praxistest im Alltag. Die Jugendlichen nehmen Stellung zur Tat, sehen sie aus der Sicht des Opfers und üben, Konflikte ohne Gewalt zu lösen.

Ankommen und auf die Tat schauen

Rund 15 Stunden im Einzelgespräch und rund 20 Stunden in der Gruppe.

  • Lebenslauf, Tat und mitgebrachte Unterlagen, im Einzelgespräch
  • die aktuelle Lage in Familie, Schule oder Ausbildung
  • Kennenlernen in der Gruppe, mit Partnerinterviews, in denen auch die Tat Thema ist
  • die Sicht des Opfers: Wie hat es sich während und nach der Tat gefühlt?
  • Was bedeuten mir Achtung, Empathie und Respekt?

Die eigene Rolle verstehen

Rund zehn Einzelsitzungen und zehn Stunden in der Gruppe.

  • Ohnmacht und Hilflosigkeit rund um die Tat
  • Welche Rolle spielt Status, und welche Werte sollen künftig leiten?
  • Wie sehe ich mich, wie sehen mich andere, und wie gehe ich mit Wut um?
  • Vertrauensübungen aus der Erlebnispädagogik, Sport und Musik

Wiedergutmachen und neu handeln

Rund zehn Stunden im Einzeltraining und zehn Stunden in der Gruppe.

  • Wie kann ich etwas wiedergutmachen?
  • Wie sehe ich die Tat heute, und was hat sich an meinen Werten verändert?
  • Konflikte ohne Gewalt lösen, geübt in Rollenspielen mit Alltagssituationen
  • eigene Stärken erkennen und wissen, wann welches Verhalten angebracht ist

Im Alltag ausprobieren

Nach der dritten Phase folgt ein Praxistest von rund zwei Monaten.

  • Die Jugendlichen probieren die neuen Wege in ihrem Alltag aus.
  • Ein Trainingstagebuch, das sie von Beginn an führen, hält fest, was gelingt und was nicht.

Nachsorge und Abschluss

Rund 15 Stunden im Einzeltraining und zehn Stunden Rückblick in der Gruppe.

  • Was lief gut, wo gab es Schwierigkeiten, und gibt es einen Plan B?
  • Wie gehe ich jetzt mit Wut und Aggression um?
  • Gemeinsamer Rückblick: Was wird meinen Alltag künftig bestimmen?
  • Anlaufstellen bei Sucht, Geldsorgen oder Arbeitslosigkeit

Die Termine liegen oft abends, in den Ferien oder an unterrichtsfreien Tagen, damit keine Fehlzeiten in der Schule entstehen. Pro Woche sind es etwa drei bis vier Stunden.

Für Fachstellen

Was Sie für die Zuweisung wissen müssen.

Das Training beruht auf Freiwilligkeit und lässt sich trotzdem im Rahmen eines Verfahrens einsetzen. Ob eine Teilnahme möglich und sinnvoll ist, klären wir im Vorgespräch.

Rechtsgrundlagen

  • Weisung nach § 10 Abs. 1 JGG
  • Einstellung des Verfahrens nach §§ 45, 47 JGG
  • Hilfe für junge Volljährige und Nachbetreuung nach § 41 SGB VIII
  • soziales Gruppentraining

Voraussetzungen

  • Bereitschaft, etwas zu verändern
  • ausreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Entbindung von der Schweigepflicht gegenüber beteiligten Stellen, etwa Jugendgerichtshilfe oder Staatsanwaltschaft
  • Vorgespräch und kurzes Motivationsschreiben

Gegen eine Teilnahme sprechen

  • psychische Erkrankungen
  • Konsum von Drogen, Alkohol oder Medikamenten
  • Amokdrohung oder Suizidalität
  • Kindeswohlgefährdung, Vernachlässigung oder Missbrauch
  • Sexualdelikte oder Stalking

Dokumentation

  • Auswertung des Trainings mit schriftlicher Dokumentation
  • Trainingstagebuch der Teilnehmenden
  • individuelle Perspektiventwicklung

Verschwiegenheit

Alle Co-Trainerinnen, Co-Trainer und Gastdozierenden verpflichten sich schriftlich zur Verschwiegenheit. Das Training folgt den ethischen Grundsätzen der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse Deutschlands.

Kosten

Die Kosten richten sich nach Umfang und Rahmen des Trainings. Wie sie übernommen werden, klären wir gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt.

Für Jugendliche und Eltern

Was Jugendliche und Eltern wissen sollten.

Jugendliche spreche ich hier direkt mit Du an, Eltern mit Sie. Beide finden, was auf sie zukommt.

Für dich

Du hast Gewalt angewendet und deshalb mit Polizei, Schule oder Gericht zu tun. Im Training nimmst du Stellung zu dem, was passiert ist. Abgestempelt wirst du dafür nicht.

So bekommst du einen Platz:

  • Du meldest dich bei mir.
  • Wir führen ein oder mehrere Vorgespräche.
  • Du schreibst kurz auf, warum du teilnehmen möchtest.
  • Danach entscheiden wir, ob das Training zu dir passt.

Für Eltern

Viele Termine liegen abends, in den Ferien oder an unterrichtsfreien Tagen, damit Ihr Kind in der Schule nichts verpasst. Pro Woche sind es etwa drei bis vier Stunden.

Etwa die Hälfte des Trainings findet im Einzelgespräch statt. Dort ist Raum für Themen, die in einer Gruppe kaum jemand anspricht.

Wie die Kosten getragen werden, klären wir gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt.

Die Haltung

Täterarbeit ist Opferschutz.

Grenzverletzendes Verhalten und seine Folgen spreche ich klar an, und die Jugendlichen nehmen Stellung zur Tat. Beschämt wird dabei niemand. Im Mittelpunkt steht die Wiedergutmachung, nicht die Strafe.

Mehr zu meinem Ansatz

Ihr Trainer

Wer das Training leitet.

Ich bin Hendrik Schulte, Logotherapeut (in Supervision), existenzanalytischer Berater und seit 20 Jahren systemischer Paar- und Familientherapeut. Dieses Training habe ich auf Grundlage der Logotherapie von Viktor Frankl entwickelt.

Ich fahre selbst Rollstuhl und kenne Ausgrenzung und Mobbing aus eigener Erfahrung. Bei Bedarf ziehe ich erfahrene Co-Trainerinnen und Co-Trainer oder Fachleute aus Psychologie, Medizin, Sozialarbeit oder Suchtberatung hinzu.

Mehr über mich

Häufige Fragen

Was Sie vorab wissen möchten.

Das Training beruht auf der Logotherapie und der Logopädagogik, im Mittelpunkt steht Wiedergutmachung statt Strafe. Mindestens die Hälfte findet im Einzelgespräch statt, wo auch belastende Erfahrungen im geschützten Rahmen Platz haben. Nach der dritten Phase prüfen die Jugendlichen rund zwei Monate lang im Alltag, ob das Gelernte trägt.

Das Training beruht auf Freiwilligkeit. Die oder der Jugendliche nimmt Kontakt zu mir auf, es folgen ein oder mehrere Vorgespräche und ein kurzes Motivationsschreiben. Ich sehe mir vorliegende Unterlagen von Behörden, Anwälten oder Gerichten an. Danach entscheiden wir, ob es einen Platz gibt.

Männliche Jugendliche und junge Männer werden deutlich häufiger als Täter erfasst als Mädchen und Frauen. Mädchen und junge Frauen brauchen oft eine andere Ansprache und Begleitung. Auch für sie biete ich Trainings an.

Verschwiegenheit ist in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. Sie schützt die Jugendlichen, mit denen ich arbeite.

Unter anderem als Weisung nach § 10 JGG, bei Einstellung des Verfahrens nach §§ 45, 47 JGG oder als Hilfe für junge Volljährige nach § 41 SGB VIII. Ob es im Einzelfall passt, entscheidet die zuständige Stelle.

Oft abends, in den Ferien oder an unterrichtsfreien Tagen, damit keine Fehlzeiten in der Schule entstehen. Pro Woche sind es etwa drei bis vier Stunden.

Die Kosten hängen von Umfang und Rahmen ab. Wie sie übernommen werden, klären wir gemeinsam mit dem zuständigen Jugendamt. Das Erstgespräch ist kostenfrei.

Kontakt

Schreiben Sie mir, worum es geht.

Ob Sie zuweisen, Ihr Kind begleiten oder selbst einen Platz suchen: Schreiben Sie mir kurz. Alles Weitere klären wir im Gespräch.

So geht es nach Ihrer Anfrage weiter:

  • Ich melde mich bei Ihnen.
  • Im kostenfreien Vorgespräch klären wir, ob eine Teilnahme möglich und sinnvoll ist.
  • Danach geht es um Platz, Zeitplan und Kosten.

Zu Hause bin ich in Mühlhausen. Wo das Training für Sie stattfindet, klären wir im Vorgespräch.

Mit dem Absenden stimmen Sie zu, dass ich Ihre Angaben zur Beantwortung Ihrer Anfrage verwende. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.